Ausstellung "Warschau - der letzte Blick"


12. April 2013 bis 29. Mai 2013


AUSSTELLUNG

WARSCHAU - Der letzte Blick

Deutsche Luftaufnahmen aus der Zeit
vor dem Warschauer Aufstand August 1944


Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg zeigt in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Landesverband Baden-Württemberg diese Ausstellung des Historischen Museums der Stadt Warschau, der Vereinigung der Polnischen Denkmalpfleger, des Bildarchivs Foto Marburg und des Herder-Instituts Marburg.

Die Plätze, Straßen und Parks der besetzten polnischen Hauptstadt im Frühsommer 1944 sind voller Menschen und Fahrzeuge, ein lebendiges Treiben unter klarem Himmel. Darüber kreist ein deutscher Nahaufklärer. Mit welchem Auftrag die Mannschaft der FW 189 „Eule“ unterwegs war, ist heute unbekannt. Aber sie lieferte gestochen scharfe Luftaufnahmen.

Die Architektur weiträumiger Stadtteile, Ensembles und einzelner Bauwerke ist ebenso zu sehen wie jene Zerstörungen, die Warschau bereits beim deutschen Angriff 1939 erlitten hat.
Es sind die letzten Fotoaufnahmen einer Stadt, wie sie nie wieder aussehen sollte. Wenige Wochen nach diesem Flug begannen der Warschauer Aufstand und die Zerstörung der Stadt.

Die Fotos gelangten rund vierzig Jahre später aus einer Privatsammlung an das Bildarchiv Foto Marburg. Entdeckt wurde die kleine Sammlung von wertvollen und in der Forschung bislang unbekannten Bildern während eines Studienaufenthalts des polnischen Historikers Dr. Marek Barański im Herder-Institut Marburg im Jahr 2003. Er konzipierte 2004 eine Fotoausstellung für das polnische Publikum. Die deutschsprachige Version wurde 2008 realisiert in einer Kooperation des Historikers mit dem Historischen Museum der Stadt Warschau, dem Bildarchiv Foto Marburg und dem Herder-Institut Marburg. Erläuterungen zu den elf in den Luftbildern porträtierten Stadtteilen und Ensembles sowie historische und jüngere Einzelaufnahmen ergänzen die Ausstellung.


Ein letzter Blick auf Warschau

Foto-Ausstellung eindrucksvoll eröffnet
„In dieser Woche sollen schon 30.000 Juden aus dem Ghetto herausgeführt worden sein, irgendwohin nach dem Osten. Was man mit ihnen macht, ist trotz aller Heimlichkeit auch schon bekannt“, notierte der deutsche Hauptmann Wilm Hosenfeld 1942 in seinem Tagebuch. Das 15jährige jüdische Mädchen Janina Baumann schrieb etwa zur gleichen Zeit im Warschauer Ghetto: „Man kann nirgendwo hin, es ist unmöglich, allein zu sein. Die Straßen stöhnen und schreien mit tausend Stimmen, sie stinken nach faulenden Fischen und sterbenden Menschen“.

Mit großem Einfühlungsvermögen und sehr bewegenden Texten haben Schülerinnen und Schüler der polnischen Schule Remseck-Aldingen die Eröffnung der Ausstellung „Warschau - Der letzte Blick. Deutsche Luftaufnahmen aus der Zeit vor dem Warschauer Aufstand August 1944“ am 11. April 2013 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg begleitet.

In ihrer Einführung erläuterten Dr. Annemarie Röder und Carsten Eichenberger vom Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, wie die bemerkenswerten Fotoaufnahmen von Warschau zustande kamen. Dr. Barbara Klimczyk, stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Baden-Württemberg, hob die Bedeutung einer solchen Ausstellung in unserer Zeit hervor. Es sei wichtig, dass sich vor allem auch junge Menschen mit den Ereignissen der Geschichte beider Völker auseinandersetzten.

     
           



Im Rahmen der Ausstellung fanden folgende Begleitveranstaltungen statt:

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