Vortrag


2. Oktober 2014

VORTRAG

RIGA
Lettische Metropole mit bewegter Geschichte


Streifzug durch die Geschichte Rigas


Andreas Fülberth ist ein Riga-Kenner. Als Historiker und Philologe begleitete er die Zuhörer im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg aber nicht nur zu den Sehenswürdigkeiten der europäischen Kulturhauptstadt, sondern er informierte zugleich über die wechselvolle Geschichte der Hansestadt.

In seinem 90-minütigen Vortrag zeigte er Fotos des Stadtzentrums, von besonders interessanten Stadtteilen, und er reiste gleichzeitig durch die Jahrhunderte der Geschichte. Sein Spaziergang durch die Zeit begann 1201 mit der Stadtgründung durch Bischof Albert, führte dann zum Beginn der Ära als Hansestadt (1282) und leitete durch die Reihe von unterschiedlichen Machtverhältnissen, die die Stadtherrschaft bildeten.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hatte sich Riga schließlich als Vielvölkerstadt etabliert, 1914 lag die Einwohnerzahl bei einer runden halben Million.

Fülberths Vortrag machte an baulichen Zeugnissen deutlich, wie politischer Wille ein Stadtbild prägt. So hatte die Entscheidung, die Festungswälle zu schleifen, enorme Auswirkungen auf das Wachstum Rigas. Und die Städtebaupolitik der 1930er-Jahre, die unter dem Zeichen von Abrissarbeiten stand, schuf Freiräume wie etwa den heutigen Domplatz.

Für Fülberth liegt ein wesentlicher Teil des Charmes von Riga an der prägnanten Durchmischung unterschiedlicher Baustile. Holzbauten haben die Zeiten überdauert und stehen neben Jugendstilgebäuden. Auch hier waren Wirtschaft und Politik ausschlaggebend: Hätte Riga nach Ende des Ersten Weltkriegs stärker prosperiert, wären die alten Holzhäuser durch Neubauten ersetzt worden.

Fülberth streifte die Geschichte der Deutschbalten, ging auf das Rigaer Getto ein und beendete seinen Vortrag mit dem Hinweis auf eine problematische Entwicklung: Die Hansestadt, die auf dem Höhepunkt ihrer Bevölkerungsentwicklung auf die Million zusteuerte, verliert seit dem EU-Beitritt kontinuierlich Einwohner. In Zukunft werden Experten wie Fülberth selbst beobachten, welche Konsequenzen dies für die Stadtentwicklung hat.
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