Vortrag


30. Oktober 2014

Um des Glaubens Willen

Vortrag von Harald Schukraft

Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten mit aufsehenerregenden Lebensläufen: Primus Truber und Michael Tiffernus. Beide verließen ihre slowenische Heimat aus Glaubensgründen, beide wirkten im protestantisch gewordenen Württemberg im Umfeld des Herzogs Christoph (reg. 1550-1568). Dieser setzte die Reformation endgültig durch.

Primus Truber wurde 1508 in der Nähe von Laibach/Ljubljana geboren. Gleich mehrmals musste der „slowenische Luther“ von dort fliehen, etwa vor einem Haftbefehl Ferdinands I. Am württembergischen Hof schließlich fand er seinen Förderer. Als Autor und Übersetzer war er ein früher Kulturvermittler zwischen seiner Heimatregion und dem deutschen Südwesten. Heute gilt er in Slowenien aufgrund seines 1550 gedruckten Katechismus als Schöpfer der landeseigenen Schriftsprache.

Michael Tiffernus stammt ebenfalls aus der Krain/Slowenien. Er wirkte am kaiserlichen Hof als Erzieher des jungen Christoph von Württemberg. Gemeinsam mit seinem Schützling floh er 1532 aus Innsbruck und folgte ihm nach Stuttgart. Das Denkmal auf dem Schlossplatz zeigt eine turbulente Szene dieser Flucht, die in das kollektive Gedächtnis der Württemberger eingegangen ist. Mit seinem Testament setzte er eine Stiftung ein, die erstmals Ausländern ein kostenfreies Studium am Tübinger Stift ermöglichte. Tiffernus liegt in der Stiftskirche begraben.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes "Schwärmer - Ketzer - Exilanten".
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