Jugendprojekt


3. März 2015

Angst wie gedruckt


Die Ausstellung „Die Pathetiker“ ist ab sofort um einen aktuellen Bezugspunkt reicher: Schüler aus Marbach stellen ihre eigenen, von Meidner, Janthur und Steinhardt inspirierten Drucke aus.

Anna Schaller hat sich im Kunstunterricht mit einer ganz fundamentalen Angst auseinandergesetzt: „Mein Bild beschäftigt sich mit der Angst vor dem Tod“, erklärt die Schülerin der Klasse 8g. Diese sei sehr beklemmend – man wisse einfach nicht, was danach komme.

Sarah Brecht hat ein Thema wieder aufgenommen, das sie auch in ihrer GFS bearbeitet. Sie stellt auf ihrem Linolschnitt einen Anschlag der Boko Haram auf eine Moschee in Afrika dar. Solche Terrorgruppen bedeuten für die Jugendliche eine echte, konkrete Bedrohung, auch für sie selbst.


Marcus Merkle hat sich für einen „Stammbaum der Menschheit“ entschieden. Auf dem kahlen Gehölz sitzt ein einziger, der letzte Mensch. Er wird vom Blitz getroffen – ein augenfälliges, zeitloses Bild der Apokalypse.

Umweltkatastrophen, Atommüll, Krieg und Terror sind die Themen, die die Jugendlichen nach der Beschäftigung mit den Werken der „Pathetiker“ verarbeitet haben. Unter der Anleitung ihrer Kunstlehrerin Anna Gönner haben sie Linolschnitte geschaffen, die jetzt in den Ausstellungsräumen des Hauses der Heimat des Landes Baden-Württemberg gezeigt werden. Die direkte Konfrontation mit den Weltuntergangsszenarien der 1910er-Jahre zeigt die Verschiebungen: Nicht die lärmende Großstadt beängstigt, sondern die aus den Bahnen geratenen Naturgewalten; nicht die biblischen Plagen sind präsent, sondern die Bilder von Waffen und Kämpfen aus den Medien.

„Angst wie gedruckt“ haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam ihre Arbeiten betitelt. Sie werden bis zum 25. März, dem Ende der Ausstellung „Die Pathetiker“, gezeigt.


Ein Jugendprojekt zur Ausstellung "Die Pathetiker" im Rahmen des Projektes "verehrt - verfemt - vergessen".
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