Gesprächskonzert


4. Mai 2016

Breslau/Wrocław - Kulturhauptstadt 2016


Gesprächskonzert

„Inspiration Breslau“

mit dem
duo a monte

Ulrike Wartenberg, Klarinette
Harald Streicher, Klavier


© duo a monte

Carl Maria von Weber war gerade einmal 17 Jahre alt und hatte keinerlei entsprechende Berufserfahrung, als er 1804 zum Kapellmeister des Stadttheaters Breslau ernannt wurde.
Die außergewöhnliche Stellenbesetzung entpuppte sich als gelungener Coup: Webers intensive Probenarbeit hob das Niveau des Orchesters spürbar, sein eigenes Renommee wuchs. In Breslau legte er den Grundstein für seine Karriere als Komponist.

Johannes Brahms erhielt den Ehrendoktortitel der Universität Breslau und widmete ihr seine Akademische Festouvertüre; Frédéric Chopin besuchte die Stadt mehrmals in seiner Jugendzeit – im 19. Jahrhundert stellte die schlesische Metropole einen ganz besonderen Anziehungspunkt für Musiker dar.

Das duo a monte interpretiert Werke der drei Komponisten und erzählt, wie diese sich von der Atmosphäre Breslaus inspirieren ließen.

Ulrike Wartenberg CD-Einspielungen mit dem Saarländischen Rundfunkorchester, Bühnenmusikerin am Saarländischen Staatstheater, Konzerte mit Musikern des Detroit Symphony Orchestra und des Michigan Opera Theatre
Harald Streicher Pianist des Württembergischen Klavierquartetts, CD-Einspielungen als Kammermusik- und Liedpartner, Gestaltung eigener Solo-Programme

Im 19. Jahrhundert war Breslau Anziehungspunkt für eine beachtliche Anzahl bedeutender Musiker.

Als Carl Maria von Weber dort Kapellmeister des Stadttheaters wurde, war noch nicht daran zu denken, dass er zu den großen Namen zählen sollte, mit denen die schlesische Metropole sich später schmücken würde. Jugendlich, ohne entsprechende Berufserfahrung, startete er mit einer hochintensiven Probenarbeit, die das Niveau des Orchesters beträchtlich hob. Der Grundstein für die eigene Karriere war gelegt.

Das duo a monte beendete den Kammermusikabend im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg mit seinem Grand Duo concertant op. 48. Wie der Pianist Harald Streicher erzählte, wurde Webers Komposition von der Freundschaft mit dem Klarinettisten Carl Baermann angeregt. Ulrike Wartenberg konnte auf dem Blasinstrument ihre ganze Virtuosität und Ausdruckskraft beweisen. Zuvor hatte Streicher als Solist eines der bekanntesten Meisterwerke Frédéric Chopins interpretiert, der in seiner Jugend mehrmals Breslau besuchte: Die Etüden aus seinem Opus 10 sind immer wieder Publikumslieblinge, die sogenannte „Revolutionsetüde“ höchstwahrscheinlich in Stuttgart, auf dem Weg von Wien nach Paris, geschrieben.

Zu Beginn hatten die beiden Musiker mit der Klarinettensonate op 120 gezeigt, dass Johannes Brahms nicht nur als in der Nachfolge von Beethoven stehend gehört werden kann, sondern dass seine späten Werke durchaus in die Zukunft wiesen. Harald Streicher betonte, wie wichtig die akademische Ehrung durch die Universität Breslau (sie verlieh ihm die Ehrendoktorwürde) für den Komponisten war: Bildung und entsprechende Anerkennung war für ihn kein selbstverständliches Gut, die Würdigung Breslaus weit mehr als Inspiration für die späteren Arbeiten.
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