JUBILÄUMSVERANSTALTUNG

7. September 2016

40 Jahre Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg


Julian Würtenberger, Ministerialdirektor im Innenministerium, betonte in seinem Grußwort: Die Bedeutung von Einrichtungen wie dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg nimmt weiter zu.

„Bald wird niemand mehr aus persönlicher Erfahrung vom deutschen Leben in den Herkunftsgebieten erzählen können. Insofern nimmt die Bedeutung von Einrichtungen wie das Haus der Heimat weiter zu, weil diese Institutionen sich um das geschichtliche und kulturelle Erbe der Deutschen im östlichen Europa kümmern“, argumentierte Würtenberger.

Damit äußerte er sich ganz im Sinne von Arnold Tölg, Vorsitzender des BdV Landesverbandes Baden-Württemberg. In seinem Grußwort erinnerte er an die Gründung des Hauses als „Kristallisationspunkt“ der damaligen Flüchtlings- und Vertriebenenpolitik des Landes, und er betonte, wie wichtig diese zentrale Anlaufstelle noch heute für die Angehörigen der Erlebnisgeneration und ihre Nachfahren sei.
In seinem Festvortrag nahm Dr. Mathias Beer, Geschäftsführer des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, einen Blickwinkel mit weiterer Perspektive auf die Geschichte des Hauses ein. Erschreckend hohe Zahlen von Flüchtlingen in einer großen Menge provisorischer Unterkünfte – stammten die Angaben aus statistischen Veröffentlichungen des Jahres 2015 oder des Jahres 1955? Tatsächlich beschrieben sie die schwierige Situation noch zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Beer stellte dar, wie langwierig und konfliktreich der Integrationsprozess war, wie viele Opfer er sowohl von der aufnehmenden als auch von der ankommenden Bevölkerung verlangte. Er betonte, dass die Wirtschafts- und sozialpolitischen Programme letztlich zum Erfolg führten. Auch wenn die letzten Lager erst in den 1970er Jahren geräumt werden konnten, auch wenn damals im Mikrozensus noch signifikante Unterschiede zwischen „Altbürgern“ und „Neubürgern“ gemessen wurden: Über eine Zeitspanne, die das Leben mehrerer Generationen umspannt hat, ist die „kulturelle Beheimatung“ gelungen.

Beers Vortrag machte mehr als deutlich, wie wichtig dieses historische Wissen noch heute ist, er zog als Fazit: „Integration braucht Zeit – viel Zeit.“ Und er schloss mit hochaktuellem Bezug: „Wir haben das geschafft…“.
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