Szenische Lesung mit Musik


Dienstag, 16. Mai 2017, 18 Uhr, Großer Saal, EG

„…den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen…“ - Frauen in der Reformation


Szenische Lesung mit Musik mit der Akademie für gesprochenes Wort

Sitte und Gesellschaft, Tod und Teufel, Ehe und Geburt bestimmten das Leben der Frauen zur Reformationszeit. Manche Quelle gibt es über sie, von ihnen selbst hingegen sind wenige Zeugnisse überliefert. Die Akademie für gesprochenes Wort lässt die Lebensgeschichten dieser Frauen erzählend aufleben und nähert sich anhand zeitenübergreifender Lyrik der mutmaßlichen Wirklichkeit ihres Lebens an. Was hat sich verändert, was ist vertraut, was scheint mittlerweile fremd?

Begeben Sie sich mit dem Ensemble auf eine literarisch-musikalische Zeitreise und werfen Sie einen ungewöhnlichen Blick auf die Zeit der Reformation aus der Perspektive der Frauen.

Mit Cornelia Prauser, Maren Ulrich, Elisa Taggert und Felix Heller. Am Klavier: Michael Lieb.
Konzept und Einrichtung: Dagmar Claus (Akademie für gesprochenes Wort)


Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Flucht vor der Reformation".

Frauen in der Reformation

Dagmar Claus, Dramaturgin der Akademie für gesprochenes Wort, hat für das HdH BW ein intensives Programm konzipiert, in dessen Zentrum vier Frauenschicksale der Reformationszeit stehen.

Dagmar Claus, Dramaturgin der Akademie für gesprochenes Wort, hat für das HdH BW ein intensives Programm konzipiert, in dessen Zentrum vier Frauenschicksale der Reformationszeit stehen. Gemeinsam mit Maren Ulrich, Elisa Taggert und Florian Esche las sie Abrisse von vier außergewöhnlichen Biografien, musikalisch untermalt von Michael Lieb am Klavier.

Anna von Brieg, 1492 in Stettin als Tochter des Herzogs von Pommern geboren und später mit einem schlesischen Herzog verheiratet, führte ein privilegiertes Leben. Ihre Zeitgenossen rühmten ihre „Ernsthaftigkeit und Frömmigkeit“. Einer ihrer wichtigsten Gesprächspartner war Caspar Schwenckfeld von Ossig. Anna unterstützte die Anhänger des religiösen Abweichlers tatkräftig, auch gegen Anfeindungen.

Katarzyna Sydonia, Fürstin von Sachsen, Egern und Westfalen, heiratete 1567 den Regenten des Herzogtums Teschen. Nach seinem frühen Tod übernahm sie im Namen ihres minderjährigen Sohnes die Herrschaft. Sie ergänzte die Kirchen- und Schulordnung ihres Mannes wesentlich um reformatorische Gedanken.

Appolonia Hirscher lebte als Ehefrau eines angesehenen Kaufmanns in Kronstadt. Als er starb, führte sie seine Handelsgesellschaft weiter, ließ 1544 ein beeindruckendes Kaufhaus am Marktplatz errichten und gründete zudem mehrere wohltätige Stiftungen.

Elisabeth Cruciger war Nonne. Angeregt von den Ideen der Reformation verließ sie1523 ihr Kloster und folgte Johannes Bugenhagen nach Wittenberg. Dort nahm sie an theologischen Gesprächen, auch mit Luther, teil. Als erste Liederdichterin der evangelischen Kirche schrieb sie „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“; das seit nun 500 Jahren im Gesangbuch veröffentlicht wird.

Mit dem Rezitieren von Lyrik aus mehreren Jahrhunderten setzte das Sprecherensemble thematische Bezüge über die Zeiten hinweg. Gedichte von Else Lasker-Schüler, Annette von Droste-Hülshoff, besonders der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska verliehen dem Programm die besondere poetische Note.

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