Kinderoper


Donnerstag, 1. Juni 2017, 11 Uhr und 19 Uhr, Theaterhaus Stuttgart T2

Brundibár : Kinderoper von Hans Krása

Musiktheaterprojekt mit Schülerinnen und Schülern des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums

Mehr als 50-mal führten internierte Kinder im Getto Theresienstadt Hans Krásas Oper Brundibár auf. Inmitten des Elends des Lageralltags gab ihnen das Lehrstück über die Stärke von Freundschaft und Solidarität unschätzbaren Halt: Brundibár erzählt die Geschichte des Geschwisterpaars Pepícek und Aninka, die zunächst an der Härte und Ungerechtigkeit der Erwachsenen-Welt scheitern, sich aber dann gemeinsam mit drei fabelhaften Tieren und befreundeten Kindern erfolgreich gegen die Mächtigen zur Wehr setzen.

Im Theaterhaus treten der Nachwuchschor, Solisten und Instrumentalisten des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Stuttgart auf. Das ebenfalls von Schülerinnen und Schülern gestaltete musikalisch-poetische Rahmenprogramm macht den historischen Hintergrund des Gettos Theresienstadt bewusst.

Theaterhaus Stuttgart, T2
Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart

Anfahrt: U7, U6, U15 aus Richtung Hauptbahnhof, U13 aus Richtung Bad Cannstatt. Haltestelle: Pragsattel oder Maybachstraße

Kartenverkauf:
Nur über das Theaterhaus
www.theaterhaus.com
Schüler 5 €, Erwachsene 12 €


Schülerinnen und Schüler des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums boten im Theaterhaus eine mitreißende Aufführung von Hans Krásas Kinderoper „Brundibár“.

„Brundibár! It was a light for the kids…“ Leopold Lowy hat das Getto überlebt und erinnert sich in der Aufzeichnung eines Interviews mit der Autorin Hannelore Brenner an Aufführungen der Oper in Theresienstadt.

Hannelore Brenner, Herausgeberin und Verlegerin mehrerer Werke über Theresienstadt, beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Thema: „Heute ist Brundibár ein Klassiker der Kinderopernliteratur und ein Denkmal an die Kinder von Theresienstadt.“ An die jüngsten der Internierten erinnerte sie auch die Mitglieder des Geschichtskurses K1 am Ebelu, mit denen sie einen Workshop im HdH BW durchführte. Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Getto-Leben war das historisch-poetische Rahmenprogramm, das die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Abendveranstaltung vortrugen. Es setzte die Bezüge, die immer wieder, noch heute, fassungslos machen. Es wirft Fragen auf: Wie war in dieser ausweglosen, elenden Situation Kunstschaffen möglich? Warum führten Kinder hier über 50-mal eine Oper auf?

Eine Antwort liefert die Aufführung des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums selbst. Im Hintergrund der Bühne spielt das erstklassige Schulorchester, dirigiert zum Teil von Musikmentoren aus der Schülerschaft. Der Nachwuchschor trägt quietschebunte T-Shirts, er stellt das lärmend-chaotische Treiben auf dem Marktplatz vor. Hier herrscht Kaufrausch pur - hier kriegen Pepíček und Aninka, begeisternd gesungen von Johannes Rempp und Nora Liebhäuser, nichts geschenkt, auch keine Milch für die kranke Mutter. Hier herrschen die unbarmherzigen Regeln der Erwachsenen, die Salvatore Galloro als Polizist erklärt. Und das Sagen hat der böse Brundibár, Liat Morein obercool mit Baseball-Cap und in Winner-Pose.

Aber Hans Krása gönnt den Kindern das Happy-End, den Sieg der scheinbar Schwachen über das Böse. Vertont mit Gassenhauern wie dem „Fliegerlied“, mit süßen Melodien, fröhlichen Tönen, mit einem Schlusschor, der vor Optimismus und Lebenslust strotzt. Welche Kraft von dieser Musik ausgeht, auch und gerade in einer Situation wie vor siebzig Jahren im Getto, woher das „Licht“ für die Kinder in Theresienstadt kam, das führte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium mitreißend vor.

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