Hauptmann Theater-AG


Hauptmann am Hölderlin-Gymnasium Stuttgart

Theater-AG inszeniert Griselda

Angeregt von der Ausstellung und in Kooperation mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg proben zwölf Schülerinnen und Schüler der Theater-AG des Hölderlin-Gymnasiums Stuttgart seit Mitte November das Lustspiel Griselda. Ihnen zur Seite stehen Christina Graßmann, die Leiterin der Theater-AG, sowie Conny Thiele, Theaterpädagogin. Die Aufführung des Stückes ist für Juli 2016 vorgesehen.

     

  MODUL I

Ein wunderbares Wochenende – Das Hauptmann-Projekt
vom 13.-15. November 2015

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Erwartungsfroh und voller Spannung stehen wir uns am Freitag das erste Mal gegenüber. Bereitwillig und freudig lassen sich die Schüler auf alles ein, was ich vorgebe. Sie improvisieren, gehen in Gefühle und Figuren, sprechen in verschiedenen Tonhöhen, singen Oper, Blues und Rapp.

An diesem ersten Tag ist noch eine große Spannung zu fühlen: „Ich will es besonders gut machen!“ Diese Anspannung löst sich aber in den nächsten beiden Tagen in großer Spielfreude auf. In immer neuen Gruppenkonstellationen probieren die jungen Schauspielfreunde nach und nach alle Rollen aus. Wir nähern uns über die Improvisationen dem Ort, der Atmosphäre und dem Inhalt unseres Stückes. Am Samstagabend halten dann alle die vorläufige Textfassung in den Händen.

Als am Sonntag die Eltern kommen, spielen ihnen ihre Kinder die Anfangsszene von Griselda vor und ernten verdienten Applaus.
Alle haben sich in den drei Tagen sehr gesteigert und konnten ihre Begabungen zeigen.

Für mich war es eine große Freude, mit ihnen zu arbeiten, ihnen zuzuschauen und ich freue mich sehr auf die nächste Etappe.

Conny Thiele

   
Schülerstimmen

Von Freitag, 13. bis Sonntag, 15. November 2015 fand unser erstes Modul zum Gerhart-Hauptmann-Projekt unserer Theater-AG statt. Zunächst lernten wir am Freitag Conny Thiele kennen, die als Theaterpädagogin gemeinsam mit Frau Graßmann unser Projekt leitet. Auch wir stellten uns alle vor und konnten unsere Erwartungen zum Projekt schildern.

Am Anfang machten wir verschiedene Sprech- und Körperübungen zum Aufwärmen, z.B. sprachen wir Goethes Gedicht Wandrers Nachtlied (Über allen Gipfeln) mal ganz tief, mal hoch, mal traurig, mal wütend, mit unterschiedlicher Aufmerksamkeit und Ausdrucksweise. Auch machten wir Übungen zur Raumwahrnehmung und Übungen, um uns als Gruppe als Einheit zu fühlen (Seerose).
Dann hörten wir im Kreis auf dem Boden liegend mit geschlossenen Augen einer Schilderung einer Bauernhofumgebung zu und stellten uns alles bildlich vor, auch die Atmosphäre. Danach improvisierten wir kurze Spielszenen dazu. Ebenso hörten wir vom Leben der Aristokratie und ihrer Langeweile und stellten uns auch das innerlich vor. Danach machten wir durch Pantomime und Gruppenimprovisation im Dialog das Vorgestellte sichtbar.
Erst danach bekamen wir kurze Texte einzelner Szenen aus Griselda zu lesen. Wir teilten uns wieder in Gruppen auf. In verschiedenen Improvisationen zu den Texten spielte jeder einmal jede Rolle der Szene und versetzte sich so in diese hinein.

So lernten wir Griselda, ihre Eltern, Ulrich, verschiedene Aristokraten in verschiedenen Schlüsselszenen kennen. Erst am Samstagabend erhielten wir den gesamten Text.
Am Sonntag spielten wir unseren Eltern bereits einen kurzen Teil von Griselda vor: die erste Szene des Stückes. In drei Gruppen spielten wir dieselbe Szene in drei Variationen durch die unterschiedliche Spielweise der Darsteller.
Das Modul war sehr abwechslungsreich und hat uns viel Spaß gemacht, wir haben in der kurzen Zeit schon sehr gut in das Stück hineingefunden.

Elena Oehrlich, Klasse 9b


  Ausstellungsbesuch „Hauptmann bruch-stücke“ im Haus der Heimat
am 29. Januar 2016

Am Freitagnachmittag besuchte die Theater-AG die Ausstellung „Hauptmann bruch-stücke“ in den Räumlichkeiten des Hauses der Heimat. Die rund zweistündige Führung brachte den Theater-AGlern den Schriftsteller „ihres“ Stückes Griselda näher. Sie erfuhren interessante Details zu Gerhart Hauptmann, die sie bis dahin noch nicht gewusst hatten. Dass Hauptmann z.B. ein schlechter Schüler und trotzdem Nobelpreisträger war, beruhigte so manchen in der Gruppe. Im Anschluss an die Führung wurde der Besuch durch eine kleine Probeeinheit einzelner szenischer Darstellungen in den Ausstellungsräumlichkeiten des Hauses der Heimat – sozusagen „unter den Augen Hauptmanns“ – abgerundet.

  „Tag der offenen Tür“ im Hölderlin-Gymnasium
am 29. Februar 2016

Am „Tag der offenen Tür“ schnupperten Jung und Alt in das Hölderlin-Gymnasium hinein. Die Schule bot einen Einblick in die verschiedenen Unterrichtsfächer und AGs, darunter auch die Theater-AG. Insgesamt drei kleine Aufführungen ausgewählter Szenenarbeit führten die Schülerinnen und Schüler in ihrem prallgefüllten Proberaum an diesem Vormittag auf. Als Kooperationspartner war auch das Haus der Heimat an diesem Tag vertreten.

  MODUL II
Ein intensives Wochenende – Die Rollenverteilung das große Ziel
vom 11. – 13. März 2016

Wir beginnen an der Erlebniswelt der Schüler anknüpfend, noch einmal mit Improvisationen. Die Schüler hatten inzwischen die Ausstellung besucht und wussten noch einiges über Gerhart Hauptmann. Viele seiner Stücke haben Familienkonflikte zum Inhalt. Nun sollten die Schüler selber eine Szene aus ihrem Familienalltag schreiben. Drei davon wurden gespielt, zwei davon mit Subtext bereichert und vertieft. Das war sehr spannend. Interessant war auch, das Gespräch über das Interview, welches die Schüler mit ihren Eltern führten. Dazu wurden Fragen gestellt wie: Wo und wie habt ihr euch kennen gelernt? Wann wusstest du, dass er/sie die/der Richtige ist? Wie viel Entfernung hält eine Beziehung aus? Daraus folgten dann sehr schöne Begegnungsimprovisationen.

Conny Thiele


  MODUL III
Ein arbeitsreiches Wochenende – Auf der Bühne
vom 21. - 24. April 2016

Schon am Donnerstag- und Freitagvormittag traf ich mich mit den Schülern zu Einzelproben im Theaterraum. Dort arbeitete ich mit ihnen an den jeweiligen Figuren. Wir sprachen über ihre Motivationen, Gefühle und Hintergründe, probierten Gangarten und Sprache, dachten über passende Kostüme nach.
Am Freitagnachmittag und Samstagmorgen wurde das Stück Szene für Szene erst gelesen und danach improvisiert.
Aufregend war am Samstagmittag der Aufbau der Bühne. Als die Podeste standen, die Treppe aufgebaut und der grüne Bodenbelag ausgelegt war, konnte man schon den Bauernhof mit seinen Terrassen mit den Apfel- und Olivenbäumen erahnen.
Am Sonntag setzten wir die szenische Probenarbeit am konkreten Text im „Bühnenbild“ fort. Das erforderte eine ganz andere Konzentration der Schüler. Eifrig waren sie bei der Sache und drei Szenen haben wir „im Kasten“. Nun heißt es für die Schüler, den Text zu lernen und an den nächsten Probentagen mit Frau Graßmann die angelegten Szenen zu vertiefen, denn im nächsten Modul wollen wir das gesamte Stück anlegen. Ich freue mich schon darauf.

Conny Thiele


  MODUL IV
Ein erfolgreiches Wochenende – Das Gerüst steht!
vom 3. - 5. Juni 2016

Wir hatten uns viel vorgenommen an diesem Wochenende – und: Wir haben es geschafft! Das Gerüst steht. Das Stück ist nun durchgearbeitet, alle 28 Szenen sind angelegt. Das war nur möglich, weil alle Schüler mit Konzentration, Disziplin und Spieleifer bei der Sache waren. Es war wunderbar zu sehen, wie die Schüler in den Figuren gewachsen sind und die Spielfläche für sich erobert haben.
Am Sonntag nach dem Mittag gab es dann den ersten Durchlauf mit Kostümen. Nach dem Bühnenabbau brachten die Schüler bei der Abschlussrunde ihr Erstaunen über die geleistete Arbeit, ihre Anstrengungen und ihren Stolz zum Ausdruck.
Natürlich ist nun noch viel Arbeit nötig. Jetzt muss der Text gefestigt und es müssen die Beziehungen ausgebaut und ausgelotet werden. Da geht es vor allem um Genauigkeit in den Gefühls- und Haltungswechseln. Dies werden die Schüler mit Frau Graßmann an den nächsten Freitagen beginnen, so dass wir beim nächsten Modul an den „Feinschliff“ gehen können.  Auch das wird sicher sehr spannend.

Conny Thiele


  Probenbesuch des Hauses der Heimat
am 08. Juli 2016

In zwei Wochen finden bereits die Aufführungen der Theater-AG zu Gerhart Hauptmanns „Griselda“ statt. Insgesamt drei Termine wird es geben (22., 23. und 24. Juli). Um vorab nochmals einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, gab es von Seiten des HdH einen Probenbesuch. Spannend war es zu sehen, wie die vorangegangenen Szenenarbeiten in dem Stück final umgesetzt wurden und die Schüler in ihren Rollen aufgingen. Auch das Bühnenbild und die Bestuhlung wurden an diesem Tag schon mal „geprobt“.

  Licht aus, Spot an! – Die Premiere von Griselda
am 22. Juli 2016

Am letzten Freitag war es soweit: Die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG präsentierten dem Publikum nach monatelangem Proben Hauptmanns Lustspiel „Griselda“. Die Leiterin der Theater-AG,. Christina Graßmann, und die Theaterpädagogin Conny Thiele hatten sich für dieses weniger bekannte Stück entschieden, weil sie die Frage interessierte, wie eine Beziehung zwischen zwei Liebenden dauerhaft gelingen kann und wie sie sich verändert und verändern muss, wenn sich die Umstände ändern.



 
Handlung

Saluzzo im norditalienischen Piemont. Griselda ist ein junges Bauernmädchen, das auf dem kleinen Hof ihrer betagten Eltern die ganze Arbeit allein verrichten muss. Das ändert sich, als plötzlich Ulrico Gutti, Markgraf und Alleinerbe der italienischen Modefirma GUTTI, auf dem Bauernhof auftaucht und ihr nachstellt.
Griselda ist davon zunächst wenig begeistert, lässt sich aber erobern und für Ulricos Verwandte haben sich mit einem Schlag alle Probleme gelöst. Die Familie Gutti hat nämlich selbst großes persönliches Interesse daran, dass Ulrico schnellstmöglich unter die Haube kommt.
So wird rasch eine Hochzeit in die Wege geleitet und tatsächlich scheint es anfangs, als hätten Griselda und Ulrico ineinander die Liebe ihres Lebens gefunden.
Doch dann kommt es zu einer Entwicklung, die in Ulrico rasende Eifersucht und Hass hervorruft und die Liebe der beiden auf eine harte Probe stellt...

Ellen Bort, Klasse 8

 
Die mit Olivenbäumen und frischen Äpfeln geschmückte Bühne versetzte die Zuschauer unmittelbar nach Italien. Trotz Anspannung und Lampenfieber – immerhin war es für den Großteil der ambitionierten Truppe das erste Mal auf der Bühne – und trotz des heftigen Unwetters, das während der Aufführung draußen tobte, ließen sich die Darsteller nicht aus der Ruhe bringen.
Sichtlich erleichtert, dass alles ohne Pannen ablief, nahmen sie am Ende den tosenden Applaus des Publikums und Blumen vom Schulleiter Herrn Wasel entgegen.



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