SCHÜLERWETTBEWERB

Schülerwettbewerb 2014/2015

„Gemeinsam in Europa ─ Baden-Württemberg und die baltischen Länder“





Schülerwettbewerb „Gemeinsam in Europa“
Preisverleihung im Haus der Heimat

Am Vormittag des 22. Juli 2015 fand im Haus der Heimat die feierliche Hauptpreisverleihung des Schülerwettbewerbs „Gemeinsam in Europa – Baden Württemberg und die baltischen Länder“ statt.
Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport, gratulierte den Gewinnern.

„Gerade weil die baltischen Staaten in den Medien nicht häufig im Fokus sind, finde ich es gut, dass die Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen des Wettbewerbs mit ihnen beschäftigen und damit die gemeinsame Zugehörigkeit zu einem vereinten Europa verdeutlichen“, sagte Kultusminister Andreas Stoch in seiner Festrede.

Die zwanzig Preisträger, Jugendliche von weiterführenden Schulen aus ganz Baden-Württemberg, waren mit gepackten Koffern nach Stuttgart gereist. Im Anschluss an die Veranstaltung ging es direkt zum Flughafen und dann weiter nach Wilna/Vilnius.

Die Jury aus unterschiedlichen Fachlehrern befand die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler für preiswürdig. Ihre Beiträge wurden mit einer Studienreise durch Estland, Lettland und Litauen prämiert. In sieben Tagen können die Preisträger nun die Staaten, mit denen sie sich bisher nur theoretisch beschäftigt haben, auch tatsächlich kennenlernen. In Lettland treffen sie sich mit Deutsch lernenden lettischen Schülern. Innerhalb des zweitägigen Programms sind ein Kreativworkshop und gemeinsame Unternehmungen in die nähere Umgebung geplant.

Die Preisverleihung wurde musikalisch von der Interpretation lettischer Volkslieder umrahmt. Vizma Zvaigzne sang, Andra Dārziņa begleitete sie auf der Kokle, einem traditionellen Zupfinstrument. Drei Preisträgerinnen vom Freihofgymnasium in Göppingen, Franziska Schmidke, Franziska Vogl und Celina Kempl, schilderten, wie die Bearbeitung ihres Wettbewerbsthemas „Rundreise durch das Baltikum“ sie herausforderte: „Wir wussten anfangs nicht, dass es so viel Arbeit wird“ – etwa, um Informationen von Webseiten in den baltischen Landessprachen zu entnehmen.

Nach der Feierlichkeit konnten die Besucher in den Ausstellungsräumen des Hauses der Heimat die Arbeiten der Gewinner besichtigen. Neben den Hauptgewinnern erhielten 335 Jugendliche Preise in Form von Büchergutscheinen und Geldpreisen. Dr. Diane Dingeldein ist Leiterin des zuständigen Fachbereichs im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, das den Wettbewerb konzipiert und organisiert. Sie freute sich über die Resonanz: „Fast 1.300 eingesendete Arbeiten zeigen uns, dass das Interesse an Osteuropa bei den Jugendlichen vorhanden ist. Wer sich mit der Kultur, der Geschichte und den Traditionen befasst, der lernt unsere europäischen Nachbarn kennen.“

Jedes Jahr schreiben das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie das Innenministerium des Landes den Schülerwettbewerb „Gemeinsam in Europa“ aus. Im Blickpunkt steht jeweils ein Staat, eine Region oder eine Staatengruppe aus dem östlichen Europa, diesmal drehten sich die Fragen und Aufgabenstellungen um das Baltikum. Jugendliche von mehr als 160 weiterführenden Schulen nahmen am Wettbewerb teil.

Für die Träger der Hauptpreise war die Preisverleihung der Auftakt eines langen Tages – er sollte erst gegen 24 Uhr im Hotel in Vilnius enden.



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Preisübergabe im Heubacher Rosenstein-Gymnasium

Spitzenleistung: 51 Schülerinnen und Schüler des Rosenstein-Gymnasiums in Heubach haben beim Schülerwettbewerb Preise gewonnen.

Dr. Diane Dingeldein und Jana Drah vom Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg überreichten im Musiksaal des Gymnasiums die Büchergutscheine und Urkunden. Musiker und Musikerinnen der Gewinnerklassen umrahmten den kleinen Festakt.

„Ihr habt Euch mit dem Baltikum beschäftigt, habt ganz verschiedene Aufgaben zur Geschichte, zur Kultur und zu den Traditionen der drei Staaten gelöst, und wart richtig erfolgreich damit“, sagte Dingeldein bei der Übergabe der Preise, „Insgesamt 120 Einsendungen, darunter 51 Gewinner von einer Schule – das ist dieses Jahr der Landesrekord.“

Am Rosenstein-Gymnasium haben sich die Projekte „Plane eine Fahrrad-Route entlang der Ostseeküste“ und „Stelle ein Menü aus baltischen Kochtöpfen zusammen“ als die Renner erwiesen. „Meiner Familie hat es so gut geschmeckt, dass ich nochmal nachkochen musste“, erzählte Franziska Nagel über ihre kulinarischen Ergebnisse. Dr. Helmut Rössler leitete die achte und zehnte Klasse bei der Bearbeitung der Aufgaben an. Es war bereits das dritte Mal, dass er mit eigenen Klassen am Wettbewerb teilgenommen hat. Bei diesem Erfolg wohl kaum das letzte Mal.


Preisträgerreise nach Litauen, Lettland und Estland vom 22. bis 28 Juli 2015

Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Gemeinsam in Europa – Baden-Württemberg und die baltischen Länder“ durften sich 20 Hauptpreisträgerinnen und Hauptpreisträger aus zwölf baden-württembergischen Schulen auf eine Rundreise durch die drei baltischen Länder als Hauptgewinn freuen.

Erstes Ziel der Preisträgerreise war Litauens Hauptstadt Wilna/Vilnius. Dort erwartete die Gruppe eine spannende Stadtführung rund um die „Legenden von Vilnius“. Eine der Legenden erzählte von der Stadtgründung durch den Großfürsten Gedeminas. Dieser nächtigte nach einer Jagd am Ufer des Flusses Vilna. In dieser Nacht träumte er von einem Wolf auf dem Hügel über der Vilna-Mündung. Er wollte den Wolf töten, doch der Pfeil prallte ab ─ der Körper des Wolfes war aus Eisen. Am nächsten Tag sagte ihm ein Traumdeuter, er müsse auf diesem Hügel eine Burg bauen, die genauso unbezwingbar sei wie der Wolf.

Nach weiteren fesselnden Legenden und den dazugehörigen Schauplätzen trat die Gruppe die Weiterreise nach Lettland an. Ziel war der Erholungskompelx Rakši bei Wenden/Cēsis. Von dort aus reiste die Gruppe am nächsten Tag in die lettische Hauptstadt Riga/Rīga. Dort tauchten die Jugendlichen in die Stadtgeschichte von „Riga gestern, heute und morgen“ ein. Nach der sehr interessanten Stadtführung hatten die Schülerinnen und Schüler freie Zeit, um die wunderschöne Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Auf der Rückfahrt waren sich alle einig: Riga ist eine faszinierende Stadt. Viele meinten, sie möchten gerne noch einmal mit ihren Eltern wiederkommen. Aber noch ein weiterer Punkt beschäftigte die Hauptpreisträgerinnen und Hauptpreisträger auf der Rückfahrt zur Unterkunft: die Neugier auf die lettischen Schülerinnen und Schüler. Höhepunkt der Fahrt stellte nämlich eine zweieinhalbtägige Begegnung mit lettischen Jugendlichen dar. Angekommen in Rakši, wurde die deutsche Reisegruppe von zwölf Lettinnen und Letten zum gemeinsamen Abendessen erwartet. Dies bot bereits die erste Möglichkeit für ein anfängliches Bekanntmachen. Intensiviert wurde das Kennenlernen durch einen gemeinsamen Spieleabend. Schnell wurden Kontakte geknüpft, die in langen Unterhaltungen, die die halbe Nacht anhielten, endeten. Am nächsten Morgen stand ein Workshop auf dem Programm. Ziel war es, in gemischten Gruppen gemeinsam etwas zu erarbeiten und zu präsentieren. Die Aufgabenstellung lautete: Gründe einen Fantasiestaat. Mit viel Gelächter und angeregten Diskussionen wurden die einzelnen Staaten vorgestellt. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. Es gab einen vegetarischen Staat „Nordia“, ein Land Namens Burkansky, welches von einem Hund mit Zahnbürste regiert wurde oder die „Demokratische Amberbaltische Republik“, in der eine Mischform aus Deutsch und Lettisch gesprochen wurde; dies nur als einige Beispiele. Als Ausgleich gab es im Anschluss noch ein kleines Fußballturnier – Lettland gewann haushoch gegen Deutschland. Nach dem gemeinsamen Mittagessen machte sich die deutsch-lettische Gruppe auf zum Stadtfest nach Wenden/Cēsis. Im Bus wurden schon fleißig lettische Vokabeln gepaukt, als Lehrer fungierten die lettischen Jugendlichen.

Am letzten Tag der Begegnung stand eine Floßfahrt auf der Livländischen Aa/Gauja im Gauja-Nationalpark auf dem Programm. Beim Singen von deutschen Schlagern verging die gesellige Zeit wie im Fluge. Der Bus holte die Gruppe ab und brachte sie zurück nach Wenden/Cēsis. Der nächste Programmpunkt an diesem Tag waren mittelalterliche Burgfestspiele auf der Ordensburg. Dort traten die Jugendlichen beider Länder in gemischten Gruppen gegeneinander an. Der Wettkampf hielt unterschiedliche Spiele, wie beispielsweise Stelzen laufen oder Kampf mit Strohsäcken auf Balken bereit. Die tapferen Ritterinnen und Ritter bekamen im Anschluss an die lustigen Burgfestspiele ein leckeres, mittelalterliches Mahl serviert, welches durch lettischen Gesang, begleitet von einer Kokle, einem typischen lettischen Instrument, abgerundet wurde. Den Abschluss bildete eine Burgführung durch die Ordensburg. Mit Ende des Programmpunktes endete auch die interkulturelle Begegnung. Die Schülerinnen und Schüler waren traurig – hatte man doch neue und interessante Freundschaften geschlossen. „Die Zeit war viel zu kurz“, war die einhellige Meinung. Schnell wurden noch Nummern ausgetauscht, mit dem Versprechen in Kontakt zu bleiben. Kaum saß die deutsche Gruppe wieder allein im Bus Richtung Unterkunft, kamen schon die ersten Nachrichten: „Wir vermissen Euch ─ vergesst uns nicht!“

Nächstes und letztes Ziel der Rundreise war Estland mit seiner Hauptstadt Reval/Tallinn. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von der nur ca. 400 000 Einwohner zählenden Hauptstadt, die direkt an der Ostsee liegt. Nach einer gelungenen Stadtführung, die viel Lob von den Jugendlichen bekam, gab es Freizeit.

Am nächsten Morgen machte sich die Gruppe der Hauptreisträgerinnen und Hauptpreisträger gemeinsam auf den Weg zum Flughafen, um den Rückflug nach Stuttgart anzutreten. Müde, aber voller neuer Eindrücke und Freundschaften, kamen alle glücklich und begeistert von der erlebnisreichen Reise zu Hause an.



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