September 2017

Liliana Corobca
Der erste Horizont meines Lebens
Roman

Die zwölfjährige Cristina kümmert sich um alles: Sie kocht, putzt, füttert die Hühner, die Schweine und die Hunde und wenn es sein muss, dann prügelt sie sie sich auch mit den Jungs, um Dan und Marcel, ihre Brüder, zu verteidigen.

Ein Mädchen das versucht Elternersatz für ihre jüngeren Brüder zu sein. Die Geschwister leben in einem Dorf in Moldawien, während die Mutter in Italien fremde Kinder hüten muss und der Vater in Sibirien arbeitet. Dabei ist Cristina eigentlich in Cousin Lucian verliebt, träumt vom ersten Kuss und einer besseren Zukunft. "Das Warten ist wie ein kleines Tier, weder ein Haustier noch ein wildes Tier, mal brav und schläfrig, mal böse und entfesselt“.

In einprägsamen, farbigen Bildern und ohne zu beschönigen schildert Liliana Corobca Christinas harte Realität. Sie verleiht den Kindern an den Rändern Europas, die alleine oder bei Verwandten zurückbleiben eine würdige Stimme.

(Klappentext)


Pressestimmen

»Erschütternd schön. Es ist ein berührendes Zeugnis der Selbstbehauptung. Cristina ist eine moldawische Pippi Langstrumpf. In ihrer Welt allerdings macht das Alleinsein keinen Spaß.«
Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur


»Corobcas Roman berichtet nicht nur mit Zärtlichkeit und Witz vom Schmerz und von der Geduld verlassener Kinder, er zeichnet mit hellwachem Realismus auch den wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Zerfall des bäuerlichen Milieus nach. «
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung


»Liliana Corobca hat nicht nur eine beeindruckende Heldin erschaffen, sondern auch ein ebenso bewegendes wie anrührendes Zeitdokument. Ein Zeitdokument über das Leben von Kindern im heutigen Europa, das im Herzen des Lesers Unruhe stiftet und viele Fragen aufwirft.«
Mirko Schwanitz, Kulturradio RBB


»Mit zärtlicher Neugier wählt Liliana Corobca die Worte; die Zärtlichkeit schützt sie vor dem Zynismus, die Neugier vor der Gutwilligkeit. «
Michael Köhlmeier


»Liliana Corobca gelingt es mit ihrem beharrlichen Blick aufs Detail, der fast schon an die emotionale Schmerzgrenze reicht, die kosmische Einsamkeit dieser Kinder in Worte zu fassen.«
Dirk Schümer, Die Welt


»Der Ton der Erzählerin, halb naiv und halb altklug, halb erschüttert und halb ungerührt hart, ist genau der, den man einer zu früh reifen Zwölfjährigen zutraut. … Dazu passt der alltäglich-trockene Realismus Corobcas, dessen Höhepunkt die anschaulichen Bilder sind.«
Hans-Peter Kunisch, Zeit Online


»In emotionaler und kunstvoller Sprache erzählt Corobca ergreifend vom Kinderalltag in einer kaputten Erwachsenenwelt, von Empörung, Sehnsucht, Zärtlichkeit und Wut.«
Carsten Hueck, WDR


»Ein unsentimentales, aber zärtliches, wunderbares Buch aus unserer europäischen Nachbarschaft.«
Cornelia Zetzsche, BR Diwan




Liliana Corobca: Der erste Horizont meines Lebens – Roman Übersetzt aus dem Rumänischen von Ernest Wichner Wien: Zsolnay, 1915. – 192 S., ISBN 978-3-552-05732-6

Quelle : Hanser Literaturverlage