März 2017

Jens Mühling

Schwarze Erde

Eine Reise durch die Ukraine

Das Porträt eines Landes in der Zerreißprobe.
«Wird jemand für das vergossene Blut zahlen? Nein. Niemand.» Michail Bulgakow schrieb das in Kiew, in den Wirren des russischen Bürgerkriegs, als sich in der Ukraine im Wochentakt die Grenzen verschoben.
Den Deutschen gehörte damals ein Stück des Landes, den Polen schon nicht mehr, obwohl ihnen früher ein sehr großes gehört hatte. Ein kleineres den Österreichern, den Litauern lange fast alles, den Russen später der Rest, den Sowjets am Ende das Ganze. Allein den Ukrainern gehörte nichts. Ein Jahrtausend lang lebten sie zwischen Grenzen, die sich unter ihren Füßen stetig verschoben.
Und die nun wieder in Bewegung geraten sind.
Als Staat existiert die Ukraine erst seit 1991; was sie vorher war, ist unter ihren Bewohnern so umstritten wie unter ihren europäischen Nachbarn. Jens Mühling erzählt von Begegnungen mit Nationalisten und Altkommunisten, Krimtataren, Volksdeutschen, Kosaken, Schmugglern, Archäologen und Soldaten, deren Standpunkte kaum unterschiedlicher sein könnten. Sein Buch schildert ihren Blick auf ein Land, über das wir kaum etwas wissen – obwohl es mitten in Europa liegt. Aus persönlicher Perspektive macht Jens Mühling das Land für den Leser geographisch wie geschichtlich erfahrbar.
Mühling zeigt die Hintergründe des Konflikts auf, besucht Orte und begegnet Menschen, deren Schicksal prägnant für die historische und bis heute anhaltende Identitätssuche des Landes ist – und lässt so Geschichte lebendig werden.

Pressestimmen

»Ein Kaleidoskop eines Landes, das mit sich selbst im Unreinen zu sein scheint.«
Deutschlandradio Kultur


»Die eine Erzählung von der Ukraine gibt es in diesem Buch nicht, sondern Geschichten, von denen jede einen Teil des Landes zeigt und die alle für sich stehen können.«
Süddeutsche Zeitung


»Skurriles und Ernstes, Absurdes und Absolutes verbinden sich in Jens Mühlings Buch zu einem kaleidoskopartigen Bild eines Landes, das geradezu nach Erlösung dürstet.«
NZZ


»Während der Kampf um das ukrainische Selbstverständnis zwischen international renommierten, Europa zuneigenden Autoren und vom Kreml gern instrumentalisierten Euroskeptikern ausgefochten wird, bleiben die menschlichen Realitäten des Landes unterbelichtet. Diese Lücke zu schließen gelingt Jens Mühling.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung


»Spektakuläres Reportagebuch.«
Stern


»Ein stimmiges Bild von einem Land, in dem vieles nicht stimmt. Das leisten nur wenige Reiseberichte«
Süddeutsche Zeitung


»Glänzend geschrieben.«
Deutschlandfunk


»Um die Seele dieses Landes zu verstehen, musste man bislang Gogol lesen. Jetzt sollte man Mühling lesen.«
The Times


»Lebhaft und bewegend.«
Times Literary Supplement



Jens Mühling: Schwarze Erde – Eine Reise durch die Ukraine
Reinbeck bei Hamburg,Rowohlt, 2016. ISBN 9783498045340

Quelle: http://www.rowohlt.de/hardcover/jens-muehling-schwarze-erde.html